Kategorie-Archiv: Bücher

Das Buch Mao`s letzter Tänzer

DIGITAL CAMERADurch Schmerz und Trauer zum Erfolg im Kommunismus

Autobiografien zu lesen, ist sicher nicht jedermanns Sache. Auch ich dachte so bei mir, dass ein autobiografisches Werk für den Leser doch recht mühsam und langwierig zu lesen sein muss. Natürlich gibt es Menschen, die in ihrem Leben viel erlebt haben, vielleicht viel gereist sind und somit einiges zu erzählen haben. Doch kürzlich bekam ich ein autobiografisches Werk geschenkt, von dem ich sagen muss, es war nicht nur sehr interessant, sondern hat es mich in seinen Bann gezogen. Die Rede ist hier von dem Buch, dass schon 2001 erschienen ist und im Originaltitel „Mao`s last Dancer“ heißt.

Gleiches Geburtsjahr aber völlig verschieden aufgewachsen

Ich kann gar nicht genau sagen, warum mich gerade diese Autobiografie besonders inspiriert hat. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor Li Cunxin im selben Jahr wie ich das Licht der Welt erblickt hat. Tatsächliche wird es so sein, dass aufgrund dieser Tatsache, er die Jahrgänge beschreibt, die auch für mich, in meinem persönlichen Leben, so bedeutend waren. Natürlich lagen zwischen meinem recht unbedeutendem Leben und dem Leben von Cunxin Welten. Denn Cunxin ist in einem der ärmsten Teile Chinas zur Welt gekommen. Während ich die zweifelhaften Vorzüge im reichen Nachkriegs Deutschland groß zu werden hatte.

Trotz großer Armut wusste Cunxin immer, wie sehr er geliebt wurde

Doch unterscheidet sich bei Li Cunxin nicht nur das Land, in dem er aufwuchs, sondern auch das politische System. Während sich die junge Bundesrepublik Deutschland, wo ich aufwuchs, in „Demokratie“ übte, herrschte in China der Kommunismus. Die Familie Li waren arme Bauern, die aus einer zwar hoch angesehenen Familie stammten, aber durch den Kommunismus völlig verarmt waren. So erlebte Cunxin als Kind, was es heißt, nicht genug zu essen auf dem Tisch zu haben. Der Armut trotzend und den Stolz nie verlierend wuchs Cunxin und seine sechs Brüder in der Gewissheit auf, von ihren Eltern bedingungslos geliebt zu werden.

Extremer Erfolgswille, so geht es wirklich

Mao`s Kulturrevolution brachte Cunxin die Chance sein Leben nicht als Bauer in der Kommune fristen zu müssen. Als 11jähriger Junge bot sich die Chance, die man durchaus als einmalig betrachten konnte, eine Ausbildung als Tänzer an der Tanzakademie Peking zu absolvieren. Obwohl Cunxin nicht einmal die Leidenschaft des Tanzes spürte begriff er, dass dies die Chance war, sein Leben und das seiner Familie verbessern zu können. Der Leser von Mao`s letzter Tänzer lebt und leidet Cunxins unaufhaltsamen Aufstieg mit. Schlussendlich kann ich diese Autobiografie nur jedem wärmstens ans Herz legen.